
Wo der Wilde Westen mitten in Bayern lebendig wird
Ein großer Erlebnisbericht vom 22. Juli 2023 über Westernstadt, Pferde, Pulverdampf und die Karl May Spiele.
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PULLMAN CITYEGING AM SEE
Persönliche Begegnung in der Westernstadt: Nähe zu den Darstellern gehört zu den besonderen Momenten eines Besuchs.
Ein großer Erlebnisbericht vom 22. Juli 2023 über Westernstadt, Pferde, Pulverdampf und die Karl May Spiele
Text und Fotos: MM PRESSBesuch und Aufnahme: 22. Juli 2023
Es gibt Ausflugsziele, die man besucht. Und es gibt Orte, in die man für einige Stunden vollständig eintaucht. Pullman City gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.
Ein Schritt durch das Tor und Bayern liegt plötzlich weit weg
Wer Pullman City in Eging am See betritt, merkt schnell, dass es hier nicht um einen klassischen Freizeitpark mit möglichst vielen Fahrgeschäften geht. Die Westernstadt lebt von ihrer Kulisse, von Menschen in historischen Gewändern, von Pferden, Musik, Staub, Holzfassaden und dem Gefühl, für ein paar Stunden in eine andere Zeit versetzt zu sein.
Die Main Street bildet das Herz des Parks. Saloons, Geschäfte, Restaurants und Westernfassaden reihen sich aneinander. Fässer, Wagenräder, Veranden und Schilder schaffen eine Szenerie, die an alte Westernfilme erinnert. Trotzdem wirkt Pullman City nicht wie eine sterile Filmkulisse. Gerade weil überall etwas passiert, entwickelt die Stadt eine eigene Dynamik.
Man hört Musik, sieht Reiter, begegnet Cowboys und Darstellern und entdeckt immer wieder kleine Szenen, die nicht nach festem Ablauf aussehen. Genau das macht den Reiz aus. Man läuft nicht nur von Programmpunkt zu Programmpunkt. Man lässt sich treiben.
„Pullman City will den Wilden Westen nicht nur zeigen. Die Westernstadt möchte, dass Besucher ihn für einen Tag erleben.“
Nähe statt Distanz: Gerade die Begegnungen mit den Darstellern machen einen Besuch persönlich.
Mehr als Kulisse: Eine Stadt, die von Atmosphäre lebt
Zwischen den Shows lohnt es sich, ohne festen Plan durch das Gelände zu gehen. Für Familien gibt es ebenso viel zu entdecken wie für Westernfans, Pferdefreunde, Fotografen und Besucher, die einfach einen außergewöhnlichen Tagesausflug suchen.
Gerade das Zusammenspiel aus Gastronomie, Unterhaltung, Live-Musik, Reiterei und Themenwelt sorgt dafür, dass der Tag schnell länger wird als ursprünglich geplant. Wer sich auf die Atmosphäre einlässt, wird an vielen Ecken Motive finden, die aussehen, als seien sie direkt aus einem Western herausgeschnitten.
Und dann kommt Winnetou
Für viele Besucher ist er bis heute die Figur, die untrennbar mit Karl May verbunden ist: Winnetou. Bei unserem Besuch am 22. Juli 2023 wurde der berühmte Häuptling von Ivica „Ivi“ Zdravkovic verkörpert. Gemeinsam mit Regisseur und Autor Mike Dietrich gehörte Zdravkovic zu den prägenden Gesichtern der Karl May Spiele in Pullman City.
Seine Wirkung entsteht nicht durch große Gesten allein. Winnetou steht für Ruhe, Stolz, Freundschaft und die Hoffnung, Konflikte nicht mit immer neuer Gewalt beantworten zu müssen. Genau deshalb funktioniert die Figur auch heute noch.
Besonders eindrucksvoll ist der Kontrast zwischen der persönlichen Begegnung abseits der Bühne und der späteren Inszenierung in der Arena. Dort wird aus dem freundlichen Schauspieler innerhalb weniger Augenblicke die bekannte Karl May Figur. Wenn Winnetou hoch zu Pferd in die Szene reitet, richtet sich die Aufmerksamkeit fast automatisch auf ihn.
Winnetou hoch zu Pferd: Die Reitszenen geben der Inszenierung ihre besondere Größe.
Die Karl May Spiele 2023: „Die Legende vom Schatz im Silbersee“
Die große Freilichtarena war der dramatische Mittelpunkt unseres Besuchs am 22. Juli 2023. In der Saison 2023 stand „Die Legende vom Schatz im Silbersee“ auf dem Spielplan. Die fünfte Eigenproduktion der Karl May Spiele in Pullman City war frei nach Karl May für die Eginger Bühne bearbeitet. Regie und Buch stammten von Mike Dietrich. Rund 80 Mitwirkende, Pferde, Stunts, Pyrotechnik und die weitläufige Freilichtkulisse machten aus der Geschichte ein rund 90 Minuten langes Westernspektakel.
Schon vor Beginn fällt die Dimension der Arena auf. Links die Fassaden der Westernstadt, dahinter eine massive Felslandschaft, davor Sand, Wege und genug Raum für Pferde, Kämpfe und schnelle Szenenwechsel. Sobald die Handlung beginnt, wird die gesamte Fläche bespielt.
Rauch über der Arena, Westernfassaden und eine mächtige Felskulisse: Die Bühne ist ein wesentlicher Teil der Wirkung.
Der Schatz im Silbersee: Goldgier, Gefahr und ein Wettlauf gegen das Böse
Im Mittelpunkt der Inszenierung stand ein sagenumwobener Schatz, verborgen am Silbersee. Die Aussicht auf unermesslichen Reichtum lockte nicht nur Abenteurer an, sondern auch skrupellose Gestalten. Allen voran Brinkley, der Rote Cornel, und seine Bande, die vor Gewalt und Mord nicht zurückschreckten, um an das Gold zu gelangen.
Der Schatz war jedoch mehr als nur Beute. Für die indigenen Bewohner hatte der Ort eine besondere, heilige Bedeutung. Damit wurde aus der Jagd nach Gold schnell ein Kampf um Respekt, Leben und die Frage, wie weit Menschen für Reichtum gehen würden.
Winnetou und Old Shatterhand gerieten mitten in diesen Konflikt. Unterstützt wurden sie unter anderem vom kauzigen Sam Hawkens und weiteren bekannten Figuren. Auf der Gegenseite sorgten der Rote Cornel und seine Männer dafür, dass die Lage immer wieder eskalierte. Die Inszenierung verband die Schatzsuche mit Freundschaft, Loyalität und dem klassischen Kampf zwischen Habgier und Verantwortung.
Gerade deshalb funktionierte die Geschichte auch jenseits der großen Actionszenen. Hinter Schüssen, Verfolgungsjagden und dem Traum vom Gold stand eine einfache, aber wirkungsvolle Botschaft: Nicht jeder Schatz lässt sich in Gold aufwiegen, und Freundschaft kann wertvoller sein als jeder Reichtum.
„Am Silbersee wird schnell klar: Der größte Schatz ist nicht das Gold, sondern wem man vertrauen kann.“
Wenn die Arena zum Schlachtfeld wird
Dann kippt die Stimmung. Worte reichen nicht mehr. Pferde jagen durch den Sand, Darsteller rennen zwischen den Fassaden und Felsen, Schüsse hallen durch die Arena und Rauch zieht über die Bühne.
Die Inszenierung nutzt die Größe der Anlage geschickt. Während unten im Sand gekämpft wird, tauchen gleichzeitig Figuren hoch oben in der Felslandschaft auf. Reiter kommen von der Seite in die Szene, andere Darsteller verschwinden zwischen den Gebäuden. Der Blick wandert ständig weiter.
Gerade die Actionszenen leben von Geschwindigkeit und Nähe. Ein Pferd in voller Bewegung wirkt im Fernsehen eindrucksvoll. Wenn es wenige Meter vor der Tribüne über den Sand galoppiert, ist die Wirkung eine völlig andere.
Große Bühne, viele Ebenen: Die Arena ermöglicht Szenen im Sand, vor den Westernfassaden und hoch oben in der Felslandschaft.
Winnetou und Old Shatterhand mitten im Konflikt
Natürlich durften Winnetou und Old Shatterhand nicht fehlen. Ivica „Ivi“ Zdravkovic spielte Winnetou, Alexander Milz stand als Old Shatterhand an seiner Seite. Gemeinsam versuchten die Blutsbrüder, den Roten Cornel und seine Bande aufzuhalten und zu verhindern, dass die Jagd nach dem Silbersee in einer Katastrophe endete.
Das Zusammenspiel aus dramatischen Szenen und ruhigeren Momenten gibt der Aufführung ihren Rhythmus. Nicht jeder Effekt muss explodieren. Gerade dann, wenn die Bühne stiller wird, bekommen Figuren und Beziehungen Raum.
Und dann schlägt die Inszenierung wieder zu. Ein Knall. Rauch. Bewegung in der Arena. Pferde. Rufe. Musik. Für einige Sekunden weiß man kaum, wohin man zuerst schauen soll.
Pferde gehören nicht nur zur Kulisse. Sie sind Teil der Handlung und prägen die Freilichtinszenierung.
Warum die Karl May Spiele 2023 so gut funktionierten
Karl May ist Literaturgeschichte, doch die Themen seiner Geschichten sind erstaunlich zeitlos. Es geht um Freundschaft, Vertrauen, Vorurteile, Macht, Gier und darum, ob Menschen trotz unterschiedlicher Herkunft zueinanderfinden können.
Genau deshalb funktioniert eine Figur wie Winnetou noch immer. Nicht weil der Wilde Westen romantisch verklärt werden müsste, sondern weil der Kern der Geschichte eine universelle Idee trägt: Freundschaft kann Grenzen überwinden.
Pullman City verpackte diese Idee 2023 in großes Freilichttheater. Die Kombination aus Pferden, Stunts, Musik, Pyrotechnik und der weitläufigen Kulisse sorgte für Spektakel, ohne dass die Geschichte vollständig dahinter verschwand.
Nach dem letzten Schuss ist der Tag noch lange nicht vorbei
Eine Stärke von Pullman City zeigt sich besonders nach der Vorstellung. Wer die Arena verlässt, steht nicht plötzlich auf einem gewöhnlichen Parkplatz. Man befindet sich weiterhin mitten in der Westernstadt.
Jetzt lohnt es sich, den Tag langsamer ausklingen zu lassen. Noch einmal durch die Main Street gehen. In einem Saloon einkehren. Etwas essen. Musik hören. Menschen beobachten. Vielleicht noch ein Foto machen, das man vorher übersehen hat.
Mit zunehmendem Abend verändert sich die Atmosphäre. Lichter an den Gebäuden gehen an, die Fassaden wirken weicher, die Straßen ruhiger. Wer Pullman City nur für die Karl May Spiele besucht, verpasst deshalb einen Teil des Erlebnisses.
Für wen lohnt sich Pullman City?
Familien: weil der Park Unterhaltung, Themenwelt und viele kleine Entdeckungen kombiniert.
Westernfans: weil die Atmosphäre weit über eine einzelne Show hinausgeht.
Karl May Freunde: weil die Freilichtspiele mit Pferden, Stunts und großer Kulisse ein echtes Erlebnis sind.
Pferdefreunde: weil Reiterei und Tiere sichtbar zum Alltag der Westernstadt gehören.
Fotografen: weil beinahe jede Ecke Motive bietet.
Kurzurlauber: weil sich aus einem Tagesausflug problemlos ein ganzes Westernwochenende machen lässt.
Unser Fazit
Pullman City ist kein Ort, den man nur anschaut. Man muss sich auf ihn einlassen.
Natürlich weiß man, dass die Cowboys Schauspieler sind, dass hinter den Fassaden moderne Technik steckt und dass Winnetou nach der Vorstellung sein Kostüm wieder ablegt. Trotzdem funktioniert die Illusion.
Wenn Winnetou auf seinem Pferd durch die Arena reitet, Rauch über den Felsen liegt, der Saloon im Hintergrund steht und ein Schuss durch die Westernstadt hallt, fühlt sich Eging am See für einen Moment erstaunlich weit weg an.
Genau darin liegt die Stärke von Pullman City. Der Park versucht nicht, mit immer höheren oder schnelleren Attraktionen zu konkurrieren. Er setzt auf Atmosphäre, Begegnungen und Geschichten.
Wer nach der Vorstellung gemeinsam mit Winnetou vor der Kamera steht, nimmt deshalb mehr als ein Foto mit nach Hause. Man nimmt eine Geschichte mit. Eine Geschichte von Cowboys und Comanchen, Pferden und Pulverdampf, Gold, Hass und Freundschaft. Und von einem kleinen Stück Wildem Westen mitten in Bayern.
★★★★★ EMPFEHLUNG
Sehr empfehlenswert für Familien, Westernfans, Karl May Freunde und alle, die für einen Tag aus dem Alltag verschwinden möchten.
Service und Quellenhinweise
Historischer Stand des Erlebnisberichts: 22. Juli 2023. Aufgeführt wurde „Die Legende vom Schatz im Silbersee“. Die Spielzeit lief vom 24. Juni bis September 2023. Winnetou wurde von Ivica „Ivi“ Zdravkovic gespielt, Old Shatterhand von Alexander Milz. Regie und Buch: Mike Dietrich.
Bildmaterial: MM PRESS, eigene Aufnahmen. Redaktion: MM PRESS.
Momente der Reportage
© Markus Mitzschke / MM PRESS. Gekennzeichnete Aufnahmen wurden mit KI nachbearbeitet.
